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Schwimmen im eigenen Garten? Es gibt nichts Besseres, finden alle, die regelmäßig in den privaten Pool oder Teich hüpfen. Doch welche Schwimmgelegenheit passt zu wem und in welchen Garten? Wir geben einen Überblick.

Der Erholungswert eines schön angelegten Gartens ist kaum zu überschätzen. Rasen, Terrasse, Stauden, Bäume: Zu einem harmonischen Ganzen komponiert, sind sie bei passendem Wetter Lebensmittelpunkt, Krafttankstelle und Naherholungsgebiet in einem. Dem lässt sich noch die Krone aufsetzen, indem man den Wohlfühl- zu einem Badegarten erweitert. Denn mit einer eigenen Badegelegenheit im Garten sieht der Ausblick aus dem Wohnzimmerfenster endgültig wie eine XXL-Urlaubspostkarte aus und der Schritt durch die Terrassentür wird zum Weg in die Ferien.

Nie ohne fachkundige Beratung

Die Entscheidung für eine private Badegelegenheit sollte wohl durchdacht und erst nach ausführlichen Beratungsgesprächen mit Fachleuten getroffen werden, denn das Angebot an Systemen, Technik und Bauarten ist breit und für den Laien kaum zu durchschauen. Mit dem konventionellen Pool, Schwimmteich und Bio- oder Naturpool gibt es drei Varianten, deren Eigenschaften man ausführlich in Erfahrung bringen sollte, um dann abzuwägen, welcher Typ am besten zu den eigenen Wünschen und Gewohnheiten, aber auch am besten in den eigenen Garten passt.

Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zwischen dem konventionellen Pool, Biopool und Schwimmteich ist die Art der Wasseraufbereitung. Diese bestimmt allerdings eine ganze Reihe weiterer Faktoren wie den Platzbedarf und die Unterhaltskosten. Hier geben mit Alexandra Zauner, Roland Lütkemeyer und Torsten Koplin drei Experten einen Überblick über die Systeme.


Der klassische Pool ist die Schwimmgelegenheit, die bis heute in den meisten öffentlichen Bädern anzutreffen ist.

Die Wasseraufbereitung erfolgt mittels chemischer Zusätze, meist in Gestalt von Chlor; aber auch Salzwasserpools sind möglich. "Diese Form der Wasseraufbereitung bietet ein Höchstmaß an Sicherheit für eine gleichbleibend gute Wasserqualität", führt Torsten Koplin an, Mitgeschäftsführer von Leucht Gärten in Stuhr bei Bremen, ein Argument für den konventionellen Pool. "Das gilt vor allem, wenn der Zusatz der Chemikalien über eine automatische Dosier-anlage geregelt wird, wie bei den meisten Anlagen, die wir bauen." Der Experte versichert, dass Haut- und Augenreizungen nahezu ausgeschlossen seien und es auch den typischen Schwimmbadgeruch nicht gebe, wenn die wasserreinigenden Zusätze richtig dosiert würden.

Freie Formenwahl

Baulich ist man beim konventionellen Pool vollkommen flexibel. In den meisten Fällen werden die Becken betoniert beziehungsweise gemauert und dann mit einer Folie ausgekleidet. Die verwendete Folie bestimmt die Farbe des Schwimmbeckens und damit auch maßgeblich seine optische Wirkung. „In der Formgebung sind wir frei“, erklärt Torsten Koplin. In der Praxis tendiert er allerdings meist zum klassischen Rechteck, das einen Pool klar und architektonisch wirken lässt. Damit passt er bestens in design-orientierte Gärten und Anlagen für Ästheten.

Alle Möglichkeiten

In Sachen Platzbedarf ist der klassische Pool recht bescheiden und damit auch etwas für kleine Gärten: Schon drei mal fünf Meter Beckengröße können einen Garten enorm bereichern. Will man richtig schwimmen, braucht man allerdings mindestens acht Meter – oder aber eine Gegenstromanlage. Daneben lässt sich ein Pool mit allerlei weiteren Raffinessen ausstatten: Dazu gehören Massagedüsen ebenso wie LED-Leuchten mit Farbwechsel. „Hier bei uns im Norden entscheiden sich viele für einen klassischen Pool, weil er sich problemlos beheizen und damit quasi rund ums Jahr nutzen lässt“, führt Koplin einen weiteren Pluspunkt an. Dann empfiehlt er als Standardausstattung allerdings auch eine Poolabdeckung: „Die verringert zum einen den Schmutzeintrag, zum anderen aber vor allem ein allzu schnelles Auskühlen des Wassers und hilft somit, den Energiebedarf zu senken.“ Das führt dann auch zum Punkt Ökobilanz, und die ist beim konventionellen Pool eher durchwachsen: Neben dem Strom für die Beheizung des Wassers, den Betrieb von Pumpen und Filtern sowie die automatische Dosierungsanlage für das Chlor ist es vor allem der alle zwei bis drei Jahre anstehende Wasserwechsel, der diese belastet. Das treibt auch die Unterhaltskosten einer solchen Anlage in die Höhe. Allerdings gilt der konventionelle Pool als ausgesprochen pflegeleicht.

Wer hier seine Bahnen zieht, hat die umgebende Natur immer im Blick dank teils direkt an das Becken anschließender Pflanzflächen.
Nicht nur als Schwimmgelegenheit, sondern auch als Blickfang ist ein Pool eine Bereicherung des Gartens.


Der Biopool hat noch weitere Namen: Naturpool oder auch Livingpool.

Gemeint ist immer das Gleiche: eine Schwimmgelegenheit, deren Wasseraufbereitung ohne Chemie und Pflanzen auskommt. Dies gelingt durch spezielle Filtersysteme, die dem Wasser die Hauptnahrung von Algen, nämlich Phosphate, und diesen damit die Wachstumsgrund-lage entziehen. Für den Schwimmenden heißt das: Er badet in naturbelassenem Wasser.

Regelrecht ins Schwärmen gerät Alexandra Zauner, Geschäftsführerin von freiraum Gartengestaltung aus dem oberösterreichischen Alkoven, wenn man sie nach den Vorzügen eines Biopools befragt. "Für mich ist das System so etwas wie der Missing Link in Sachen Badegewässern. Es vereint alle Vorzüge von Schwimmteich und konventionellem Pool, ohne dass daraus irgendwelche Nachteile entstehen", ist sie überzeugt.

Optisch ist der Biopool nicht von einem konventionellen Pool zu unterscheiden, sein Filtersystem lässt sich quasi unsichtbar unter einem Holzdeck neben dem Becken installieren. Das macht ihn hochinteressant: In Sachen Platzbedarf ist er genügsam wie ein konventioneller Pool, stilistisch enorm anpassungsfähig und das Spektrum seiner Ausgestaltung reicht von klarer Designoptik bis zur weichen Linienführung eines natürlichen Sees. Das Filtersystem sorgt für gleichbleibend gute Wasserqualität, gegen den entstehenden Biofilm hilft der regelmäßige Einsatz eines Poolroboters und dessen manuelle Unterstützung an schwer zugänglichen Stellen. Gebaut wird ein Biopool meist aus Beton mit einer Folienauskleidung, die die Farbe des Beckens bestimmt. "Diese Folien haben, wenn sie fachgerecht verbaut wurden, eine Lebensdauer von gut und gern 30 Jahren", so Alexandra Zauner.

Heizung – ja oder nein?

Dadurch, dass weder Chemikalien bei der Wasserreinigung zum Einsatz kommen noch ein Wasserwechsel erforderlich ist, halten sich die Unterhaltskosten eines Biopools in sehr überschaubaren Grenzen. Lediglich der eingebaute Phosphatfilter muss in regelmäßigen Abständen – abhängig von den örtlichen Bedingungen – ausgetauscht werden. Wie die Energie- und Umweltbilanz eines Biopools ausfallen, hängt von seiner Ausstattung ab. Wer wie Alexandra Zauner in ihrem Privatgarten auf eine Beheizung des Pools verzichtet, spart natürlich Strom und schont die Umwelt. „Für mich gehört das kalte Wasser mit zur Natürlichkeit des Badeerlebnisses dazu“, erklärt sie. „Wir bauen aber sehr viele beheizbare Anlagen, weil die Menschen einfach gern in warmem Wasser schwimmen. Da sind Luftwärmepumpen die umweltfreundlichere Variante, und wie beim konventionellen Pool kann man auch beim Biopool die Wassertemperatur durch eine Abdeckung länger hoch halten und damit die Umwelt schonen.“

Neben einer Heizung lassen sich in einen Biopool dieselben Features wie in einen konventionellen Pool integrieren: Gegenstromanlage, Beleuchtung, Massagedüsen.
In Sachen Pflege ist der Biopool unkompliziert: Die technischen Anlagen wie Pumpe, Filter, Skimmer und Poolroboter sind wartungsarm, ein Wasserwechsel, Pflanzenschnitt und Chemikaliennachschub nicht nötig. Lediglich der Biofilter braucht zweimal im Jahr eine Reinigung, die der Poolbesitzer aber problemlos selbst durchführen kann. Dennoch empfiehlt Alexandra Zauner: „Einmal jährlich sollte ein Fachmann überprüfen, ob alle Systeme gut arbeiten. Das gibt Sicherheit.“

Hier kann man beim Schwimmen buchstäblich in die Natur eintauchen.
Da der Teich direkt an die Terrasse grenzt, kann man hier nicht nur mitten in der Natur schwimmen, sondern sie auch ganz in Ruhe betrachten.
Auch zu moderner, geradliniger Architektur passt ein Schwimmteich bestens.


Der Schwimmteich ist der wahr gewordene Traum vom natürlichen Schwimmen.

Die Wasseraufbereitung des Schwimmteichs übernehmen Pflanzen und Mikroorganismen. Sie entziehen dem Teichwasser so viele Nährstoffe, dass Algen keine Chance haben. Dies wird möglich durch die besondere Bauart eines Schwimmteichs: Neben dem Schwimmbereich gibt es die so genannte Regenerationszone. Sie ist flacher als der Schwimmbereich, aber mit ihm verbunden, so dass das Wasser zirkulieren kann. Die Regenerationszone ist mit Wasserpflanzen bestückt, den natürlichen Reinigungskräften der Anlage. Das heißt, dass mit einem Schwimmteich immer auch reichlich Grün in den Garten einzieht. Deshalb passt ein Schwimmteich nicht nur technisch, sondern auch optisch besonders gut in solche Gärten, in denen Naturnähe großgeschrieben wird. Damit sich ein harmonisches Gesamtbild ergibt, haben Schwimmteiche meist organisch-geschwungene Formen, so dass sie wie ein natürliches Gewässer wirken. „Da Schwimmteiche aber in der Regel mit Teichfolie versehen sind, sind wir in der Formgebung ganz und gar flexibel“, erklärt Roland Lütkemeyer, Gartengestalter aus Gütersloh. „Wir bauen auch zunehmend rechteckige Schwimmteiche, da immer mehr Menschen das Schwimmen in naturbelassenem Wasser zu schätzen wissen und gleichzeitig einen eher geradlinigen Gestaltungsstil bevorzugen.“

Geschwungen oder gerade?

Die Bauart eines Schwimmteichs kann sehr unterschiedlich sein, je nachdem, wie viel technische Unterstützung man integriert. Allen gemeinsam ist, dass sie recht viel Platz im Garten beanspruchen, weil zum Schwimmbereich immer noch die Regenerationszone hinzukommt, und die sollte je nach Bauart zwischen 30 und 50 Prozent der gesamten Teichfläche einnehmen.

"Das naturbelassene Wasser lockt ganz schnell auch Tiere in den Garten", weiß Roland Lütkemeyer aus Erfahrung. "Libellen und andere Insekten ebenso wie Frösche, so dass der Eindruck eines Biotops entsteht." Auch deshalb ist ein Schwimmteich mehr als eine reine Badegelegenheit: Er eignet sich als Beobachtungsobjekt ebenso wie als meditativer Blickfang - und in harten Wintern sogar als Schlittschuhbahn. Ein Schwimmteich ist eine ganzjährige Bereicherung für den Garten. Je nach Ausführung lässt er sich beheizen, um damit die Badesaison zu verlängern, aber auch wenn gerade kein Schwimmwetter ist, hat er dank seiner Pflanzenvielfalt seine Reize, und das bis in den Winter hinein - nicht zuletzt deshalb, weil er wegen seiner Pflanzen nicht unter einer zwar praktischen, aber nicht unbedingt schönen Abdeckung verschwinden darf.

Unterschiedliche Typen

Die technischen Bauteile eines Schwimm-teichs hängen von seiner Bauart ab; Das Spektrum reicht von null Technik bis hin zu Skimmer, Pumpe und Heizung. Doch selbst wenn der ein oder andere Stromverbraucher integriert wird, bleibt die Ökobilanz des Schwimmteichs vergleichsweise sauber: keine Chemie im Wasser, wenig bis gar kein Stromverbrauch, kein Wasserwechsel. Bei der Wartung muss in die regelmäßige Absaugung von Sedimenten investiert werden, um zu verhindern, dass sich das Wasser eintrübt. Außerdem müssen die Teichpflanzen ein- bis zweimal jährlich zurückgeschnitten werden. Dann noch hin und wieder Wasser nachfüllen, wenn die Verdunstung zu stark war – und das war’s!

Text
Christiane Stoltenhoff