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Wann wird ein Ort zum Lieblingsplatz? Eine Frage, auf die es eine einzige und ganz viele Antworten gleichermaßen gibt. Die eine: Wenn man sich irgendwo ganz besonders wohl fühlt, dürfte es sich um einen Lieblingsplatz handeln. Und die vielen: Bei jedem Menschen stellt sich dieses Wohlgefühl unter anderen Bedingungen ein. Und wie sieht es im Garten aus?

Was einen Lieblingsplatz ausmacht, lässt sich nicht mit einer Faustformel definieren, sondern ist individuell verschieden und damit unendlich unterschiedlich. Das gilt auch für die Gestaltung des eigenen Gartens. Der hat zwar ganz generell das Zeug zum Lieblingsplatz, doch wer sich wo am liebsten im grünen Wohnzimmer aufhält, hängt von dessen Gestaltung und den individuellen Vorlieben ab. Umso wichtiger, dass beides aufeinander abgestimmt wird. Deshalb besteht eine der großen Herausforderungen bei der Gestaltung eines Gartens darin, die Wünsche und Vorlieben aller Gartennutzer – also meist sämtlicher Familienmitglieder von Klein bis Groß – zu berücksichtigen und miteinander in einem einzigen harmonischen Konzept zu vereinen.

Haben Sie Ihren Lieblingsplatz, den Ort des absoluten und bedingungslosen Wohlfühlens, in Ihrem Garten schon gefunden? Wenn nicht: Wir hätten da ein paar Vorschläge und nehmen Sie mit auf eine Reise zu Gartenorten mit Lieblingsplatzpotential.


Platz am Haus

Eine Terrasse ist weit mehr als ein Gestaltungselement, das Haus und Garten verbindet. Sie bietet Komfort, und doch fühlt man sich der Natur ganz nah: Als Zwischenraum zwischen Haus und Garten bietet sie die Möglichkeit, draußen zu sitzen, sich zu entspannen und gleichzeitig zu Hause zu fühlen. Gemütlich mit der Familie beim Abendessen beisammensitzen, eine ausgelassene Party mit Freunden feiern oder einfach nur gemütlich seinen Feierabend genießen: Eine Terrasse am Haus ist so etwas wie das Herzstück eines Gartens und kann zu einem beliebten Treffpunkt für die ganze Familie werden. Dort laufen die Fäden zusammen: Sie ist Kommunikationszentrale, Versorgungsstation oder Ruhepol in einem.

Auch hier müssen die Bedürfnisse des Gartenbesitzers im Blick bleiben: Soll es nur ein gemütlicher Essplatz sein oder ist vielleicht sogar noch Platz für die Loungeecke? Wichtig bei der Auswahl neuer Möbel: Sie sollten zum Gartenstil und der Architektur des Hauses passen, denn optische Harmonie fördert das Wohlgefühl. Weitere wichtige Zutat für eine Wohlfühlterrasse: eine durchdachte Beleuchtung. Die sorgt nicht einfach für Helligkeit, sondern für Atmosphäre – und natürlich dafür, dass man auf der Terrasse bis in die Puppen sitzen, essen, reden, feiern kann.


Platz für Entspannte

Strandkorb, Hängematte, Sitzsack: Schon ihr Anblick verspricht maximale Erholung und ihre Botschaft an den Betrachter lautet: „Komm und mach es dir gemütlich!“. Der Strandkorb bringt Urlaubserinnerungen nach Hause und punktet als Plätzchen mit besonders durch seinen Gemütlichkeitsfaktor.

Sitzsäcke sind flexibel und können nach Lust und Laune neu platziert und kombiniert werden. Sie machen überall eine gute Figur und bereichern den Garten um eine Extraportion Wohnlichkeit. Außerdem sind sie etwas für nomadisierende Gartenbesitzer, die je nach Laune und Tageszeit gern von einem Lieblingsplatz zum anderen ziehen möchten. Eine Hängematte schließlich braucht nicht viel Platz, ist schnell auf- und abgebaut und lädt geradezu zum Faulenzen ein. Oft haben Hängematte, Sitzsack und Co. eine ganz besondere Bedeutung als Reisesouvenir oder Urlaubserinnerung. In jedem Fall gilt: Einfach hinlegen, die Augen schließen und genießen.


Platz für Kinder

Frische Luft, zwitschernde Vögel und wärmende Sonnenstrahlen: Für Kinder ist ein Garten viel mehr als ein grünes Wohnzimmer. Hier können sie Expeditionen unternehmen, bis zum Himmel schaukeln, auf Bäume klettern und Insekten beobachten. Auch für die Kleinsten gibt es Plätze mit Wohlfühlpotential, an denen sie ungestört spielen und toben, sich gleichzeitig aber sicher und geborgen fühlen können. Und was eignet sich dafür besser als ein Rückzugort im Grünen, wo sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen können? So viel Input ein Garten für Augen, Ohren und Zunge liefert, so viele potentielle Lieblingsplätze hält er auch für die Kleinsten bereit. Doch bevor es an die Gestaltung eines großen Sandspielbereichs, eines Baumhauses oder eines Insektenhotels geht, sollten Eltern die Vorlieben ihrer Kinder genauestens erkunden. Haben sie es mit kleinen Abenteurern zu tun , die Bäume besteigen und Baumhäuser bewohnen möchten, mit wissensdurstigen Naturforschern, die allem auf den Grund gehen oder mit eher ruhigen Genießern, die einfach ein stilles Plätzchen zum Matschen, Buddeln oder Schaukeln brauchen?  

Das Schöne ist: Solche Kindheitslieblingsplätze wirken lange nach. Auch im Erwachsenenalter erinnern wir uns gern an dort Erlebtes und Erspürtes zurück: an den süßen Geschmack des Apfels vom Kletterbaum im großmütterlichen Garten oder der Geruch des blühenden Flieders neben dem geliebten Sandkasten bei den Eltern. Mit einem Lieblingsplatz im Garten, an den sie sich zurückziehen können, haben die Kleinen die Möglichkeit, ihre eigenen Erfahrungen zu sammeln und emotional Wurzeln zu schlagen.


Platz im Grünen

Häufig macht einen Lieblingsplatz nicht nur das Wie sondern vor allem das Wo aus. Es muss nicht immer die aufwendig gestaltete Terrasse oder eine üppige Loungeecke zum Entspannen sein. Manchmal reicht ein einfacher Stuhl mitten im Grün: frische Luft einatmen, dem Rauschen der Blätter im Wind lauschen und die Sonnenstrahlen, die einen sanft kitzeln, genießen – sonst nichts. In sich gehen, alles andere ausblenden und nur für sich sein: All das kann einem ein Rückzugsort im Grünen bieten, ob der Leseplatz im Schatten eines Baumes, der Sonnenplatz inmitten von Rosen, Lavendel und Katzenminze, die mit ihren betörenden Düften zum Träumen einladen, oder der Platz mit Fernblick als Fenster in die Landschaft. Auch hier gilt es zu hinterfragen, was einem der Lieblingsplatz geben soll: Möchte man etwas versteckt und abgeschirmt die Ruhe genießen, einfach nur in sich sinken, oder in Sichtnähe zum Haus doch immer noch seine Lieben im Auge haben?

Der Platz muss also zu den Bedürfnissen des Gartenbesitzers passen. Und sind die Ansprüche einmal definiert, ist der persönliche Rückzugsort im Grünen schnell gefunden. Dann heißt es nur noch: hinsetzen, genießen und in die Natur eintauchen.


Platz für Wasserfreunde

Wasser ist ein wahrer Tausendsassa. Es ist etwas für Bewegungsfreunde und Entspannungsuchende gleichermaßen, für Augen- und Ohrenmenschen, kleine Matschliebhaber und große Naturfreunde. Wer einen Schwimmteich oder Pool hat, kann hineinspringen, plantschen, seine Bahnen ziehen, ist hier im wahrsten Sinne des Wortes in seinem Element, spürt das Wasser auf der Haut, kann sich in ihm treiben und von ihm tragen lassen und steigt erfrischt an Körper und Geist hinaus. Doch auch all diejenigen, die eher im Betrachten höchsten Wohlgenuss empfinden und sich an Details erfreuen können, sei Wasser als Zutat für ihren Gartenlieblingsplatz empfohlen. Wenn es etwa als dünner Film über die Oberfläche eines Wasserspiels rinnt, lässt es Farben und Strukturen sichtbar werden, die ansonsten verborgen bleiben und an denen sich das Auge erfreuen und so der Geist zur Ruhe kommen kann. Gleichzeitig ist es Lockstoff für tierische Wasserfreunde wie Libellen oder Frösche, die ebenfalls zum genauen Schauen animieren, den Betrachter hineinzeihen in das Schauspiel der Natur und ihm so Ruhe und Entspannung bringen.

Wer lieber lauscht als schaut, kann sich ebenfalls von Wasser gefangen nehmen lassen, denn mit sanftem Plätschern ebenso wie mit kräftigem Rauschen lässt es sich als akustisches Gestaltungselement in einen Garten integrieren. Wie laut es dabei zugehen darf, muss jeder selbst entscheiden. Eine solche selbst definierte Geräuschkulisse ist aber für manch einen die beste Voraussetzung, um den anstrengenden Alltag ausblenden und sich ganz aufs Wohlfühlen konzentrieren zu können.


Text
Juliane Geller