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Der Duft von Sonne und Süden

An heißen Sommertagen gibt es nichts Erfrischenderes als Zitroneneis, Parfum mit Zitrusnoten wird eine belebende Wirkung nachgesagt und beim Haushaltsreiniger verstärkt das Zitronenaroma den Glauben daran, dass das frisch gereinigte hinterher wirklich sauber ist. Frische ist das, was die meisten Menschen spontan mit Zitrusaromen assoziieren. Oder darf es eine große Portion Gemütlichkeit sein? Plätzchenduft und Jingle Bells - auch daran lassen Zitrusdüfte denken. Man könnte sagen, dass sich die Familie der Zitrusgewächse in eine Sommer- und eine Winterfraktion teilt: Zitrone, Limette und Co. stehen für Sonnenschein, kühle Drinks und Abkühlung, Mandarine und Orange übernehmen die "Winterschicht", bringen Farbe in die dunkle Jahreszeit.

Doch da ist auch noch reichlich Platz für Zwischentöne. Immerhin besteht die Familie der Zitrusgewächse aus rund 60 Arten. Bei weitem nicht alle taugen zum Verzehr. Gemeinsam ist ihnen allen aber, dass in ihrer Schale reichlich ätherische Öle nur darauf warten, die Nase zu kitzeln und das Kopfkino in Gang zu setzen. Außerdem lieben sie alle die Sonne. In den Schalen und im Fruchtfleisch sammelt sich gewissermaßen die Sonnenwärme, und vielleicht passen sie deshalb so wunderbar zu sonnigen Tagen und zu der kalten Jahreszeit gleichermaßen. Süß, sauer und manchmal auch bitter: Hier ein kleiner Blick auf einige Mitglieder dieser duftenden Familie aus dem sonnigen Süden, ihre Verwandtschaftsverhältnisse und Eigenheiten.


Zitrone

Auch Limone genannt. Ihre Ahnen heißen Bitterorange und Zitronatzitrone, die ersten Zitronen gab es wahrscheinlich um das Jahr 1000 in Indien. In reifem Zustand sattgelb, je heller die Schale, desto saurer das Fruchtfleisch. Vitamin-C-Bombe. Die größten Produzenten sind Mexiko, Indien und China, in Europa Spanien und Italien.


Mandarine

Die variabelste und größte Gruppe der Zitruspflanzen. Ihre Ursprünge liegen wohl in Indien oder China, wo sie schon im 12. Jahrhundert v. Chr. kultiviert wurden. Clementinen und Satsumas, die gern unter dem Oberbegriff Mandarine geführt werden, sind streng genommen eigenständige Arten und als Hybriden aus Mandarinen und Orangen bzw. Pomeranzen (Bitterorange) entstanden.


Übrigens: Dosenmandarinen werden nicht im herkömmlichen Sinne geschält, sondern verlieren ihre Schale durch ein einstündiges Bad in Salzsäure.


Limette

Deutlich kleiner als die Zitrone und eher rund. Reife Limetten sind strahlend grün. Ihr Saft ist noch deutlich saurer als der der Zitrone, enthält aber nur halb so viel Vitamin C. Kommt vor allem als Zutat in klassischen Cocktails zum Einsatz, aber auch in der karibischen, amerikanischen und asiatischen Küche.

Orange

Auch Apfelsine genannt. Entstand wohl in China aus einer Kreuzung aus Mandarine und Pampelmuse. Kam im 15. Jahrhundert nach Europa und ist heute die am häufigsten angebaute Zitrusfrucht der Welt. Die Schale färbt sich erst unter Einfluss von Kälte orange, in Ländern mit gleichmäßig warmem Klima bleibt sie grün bis gelb. Weil aber die europäischen Verbraucher die Orangefärbung als Reifemerkmal betrachten, wird die Schale vor dem Verkauf „entgrünt“, meist durch eine Behandlung mit Ethylen. Mit Abstand größter Produzent ist Brasilien.

Pomelo

Jetzt wird’s unübersichtlich. Unter diesem Namen werden im Supermarkt teils kinderkopfgroße mal weißliche, mal grünlich gelbe Früchte angeboten. Streng genommen sind Pomelos keine eigene Art, sondern Pampelmusensorten. Entstanden ist die Pomelo durch die mehrfache Kreuzung von Mandarine und Pampelmuse. Anders als die Grapefruit schmeckt sie nicht bitter, sondern eher fruchtig.

Grapefruit

Wohl im 18. Jahrhundert als Kreuzung aus Orange und Pampelmuse auf Barbados entstanden. Es gibt sie mit gelbem und rötlichem Fruchtfleisch, der weltgrößte Produzent sind die USA. Ihren Namen „Traubenfrucht“ verdankt sie der Tatsache, dass ihre Früchte weinrebenartig am Baum wachsen. Einige Inhaltsstoffe der Grapefruit gehen teils gravierende Wechselwirkungen mit machen Medikamenten ein.

Pampelmuse

Die hellgelben, manchmal leicht rosa oder auch grün gefärbten Früchte können je nach Sorte bis zu zwei Kilo schwer werden. Der Name kommt wahrscheinlich aus dem Niederländischen und bedeutet so viel wie „dicke Zitrone mit großen Stücken“. Wird häufig mit der Grapefruit gleichgesetzt.

Text
Christiane Stoltenhoff