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Kommt Zeit, kommt Garten

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Kommt Zeit, kommt Garten

Pflanzen wachsen weder über Nacht noch im Takt eines Fahrplans. Wer einen Garten anlegt, braucht Geduld, Phantasie und Wissen. Die fachgerechte Pflege zum richtigen Zeitpunkt ist der Schlüssel für die wunschgemäße Entwicklung des Gartens.

Beginnen

Wenn Handwerker eine neue Küche eingebaut haben, spricht das Ergebnis für sich und bedarf keiner Erklärung. Und ein frisch angelegter Garten? Gehen die Gärtner, sind die Pflanzen zwar gesetzt und die baulichen Elemente wie Sitzplätze, Wege oder Mauern verleihen ein architektonisches Grundgerüst. Doch in den Pflanzflächen geht es nach der Abnahme erst richtig los. Ihr Gesicht wird in den nächsten Monaten und Jahren entstehen. Wie es aussehen soll, hat ein Profi wie Fritz Goroncy, Gärtner von Eden in Drensteinfurt bei Münster, natürlich lange vor Baubeginn mit den Kunden besprochen. Ob es auch so aussehen wird, bleibt auch für ihn ein wenig spannend. Wobei sein Blick in die Zukunft weitaus seriöser als der in die sprichwörtliche Glaskugel ist.

Denken

Dank seiner großen Pflanzerfahrung, die er in drei Jahrzehnten Berufspraxis sammeln konnte, und der betriebseigenen Baumschule kann Fritz Goroncy seine Kunden rund um das Thema Pflanze theoretisch wie praktisch bestens beraten. Am Anfang eines Bauprojektes stehen bei ihm - wie bei allen Gärtnern von Eden - ausfüjrliche Gespräche über die Kundenwünsche. Wie eine Pflanzung in einigen Jahren aussehen könnte, lässt sich auch über Fotos bereits verwirklichter Gärten veranschaulichen. Eine sorgfältige Bestandsaufnahme garantiert, dass die Pflanzenauswahl zu den vorhandenen Bedingungen passt und Erhaltenswertes nicht dem Bagger zum Opfer fällt.

Wachsen

Nach der Pflanzung einfach abzuwarten, genügt natürlich nicht. Wie sehr Prognose und spätere Wirklichkeit einander ähneln, hängt von der Pflege ab. Und die erfordert wiederum Zeit. Wie viel man davon gerne selbst investiert, hängt vom eigenen Zeitbudget und davon ab, ob das Gärtnern zu den eigenen Hobbys gehört. Zumindest aufwändigere Arbeiten erledigen Profis oft auch nach Fertigstellung eines Gartens. Das ist auch im Betrieb von Fritz Goroncy der Fall und führt dazu, dass er viele von ihm geplante Gärten zwei bis drei Mal im Jahr aufsucht und wachsen und gedeihen sieht. Manche Pflegearbeiten werden im Laufe der Zeit einfacher, erzählt er: „Wenn die Stauden etabliert sind und dichte Bestände bilden, muss nur wenig Unkraut gejätet werden.“ Anderes, wie das Rechen des Laubs vom Rasen wiederholt sich Jahr für Jahr. Wann genau welche Arbeit fällig wird, lässt sich nicht exakt vorhersagen: „Den Rhythmus gibt die Natur vor. Ein Garten hat viel mit dem Leben zu tun und das macht ihn so spannend.“ Wann der erste Frost kommt, steht nicht im Kalender. Im Garten entscheidet die Natur, wann sich Blätter verfärben und Früchte reifen. In unserer Zeit, in der jede Minute verplant zu sein scheint, tut es oftmals gut, nicht alles in der Hand haben zu müssen.

Abkürzen

Den Rhythmus der Natur zu spüren, schließt nicht aus, dass man die Wartezeit auf größer werdende Pflanzen ein wenig verkürzt. Während sich die meisten Stauden schon in der zweiten Saison gut etabliert haben, brauchen Bäume naturgemäß ein wenig länger, bis sie dem Garten ein Gerüst verleihen. Fritz Goroncy setzt deshalb auf ältere Gehölze, die schon einige Jahre in der Baumschule „erzogen“ wurden: „Wenn ich einen Apfelbaum pflanze, möchten mein Kunden nicht zehn Jahre warten, bis er zum ersten Mal Früchte trägt. Spalier-Platanen setze ich auch gerne und relativ groß, weil man mit ihnen schon in der ersten Saison sichtbare Effekte erzielt.“ Wenn es ganz schnell gehen soll, wählt Goroncy klassische Sommerblüher wie Schmucklilien (Agapanthus) für seine Kunden aus. Sie kommen als mobile Farbtupfer im Kübel zum Einsatz und schmücken die Terrasse im Handumdrehen.

Freuen

Eine Pflanzung entwickelt sich mit jedem Jahr weiter und ist im Grunde genommen nie fertig. Zum Glück, denn im Garten ist die Zeit ein Verbündeter. Ganz anders als bei vielen anderen Investitionen, erzählt Fritz Goroncy: „Wenn ich ein neues Auto abhole, dann ist die Rückfahrt vom Händler nach Hause zwar ein feierlicher Moment, aber für mich auch immer ein wenig traurig. Bei aller Freude über den schönen neuen Wagen weiß ich: Mit jedem Kilometer und jedem Monat verliert das Auto an Wert.“ Im Garten ist es genau umgekehrt. Mit jedem Jahresring eines Baumes und jeder Stunde, die in die Pflege investiert wird, gewinnt nicht nur der Garten, sondern auch ein auf dem Grundstück liegendes Haus an Wert. Insofern kann man den Lauf der Zeit gelassen sehen. Wertzuwachs statt Wertverlust lautet das Motto im Garten. Doch es wäre zu kurz gegriffen, den Wert von Apfelbaum, Terrasse und Staudenbeet nur in Euro zu messen. Denn häufig wächst uns der Garten oder ein bestimmter Baum, der vielleicht zur Hochzeit oder Geburt eines Kindes gepflanzt wurde, im Laufe der Zeit förmlich ans Herz. Und das ist unbezahlbar.

Text
Stefanie Syren