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Liebe Gartenbesitzer, Ihnen brauchen wir es nicht zu sagen: Gärten sind was Wunderbares! Mittlerweile übrigens auch zum Kochen.

Die Erkenntnis, dass der Garten der ideale Ort zum Abschalten, Krafttanken, Sporttreiben, Freundetreffen – sprich zum Leben – ist, scheint sich ganz tief im Bewusstsein der Menschen festgesetzt zu haben, und so genießt alles, was mit dem Thema Garten zu tun hat, seit Jahren stetig steigende Wertschätzung. Der Garten ist tatsächlich zu einer Art Lebensgefühl und damit immer stärker auch zum Lebensmittelpunkt geworden. Wer kann, verbringt den Großteil seiner Freizeit unter freiem Himmel, verlagert sein Leben, soweit es geht, nach draußen. Gute Gartengestaltung sorgt dafür, dass der Garten all den an ihn gerichteten Anforderungen gerecht wird und gleichzeitig schön anzusehen bleibt. Wer will, kann seinen Garten also zu einer Art Abbild seines Hauses machen mit Wohn- und Essbereich, Dusche, Ruhezone – und Küche.

Ran an den Rost

Denn wenn es innerhalb des Langzeittrends Garten so etwas wie den aktuellen Megatrend gibt, dann ist es tatsächlich die Küche für draußen, quasi als Weiterentwicklung des ungebrochenen Grillbooms. Das beobachten auch Gartengestalter wie Bernhard Roth aus Fürstenzell, selbst leidenschaftlicher Freiluftkoch. Für ihn ist die Erklärung, warum sich das Grillen so großer Beliebtheit erfreut, ganz einfach: „Feuer ist ein faszinierendes Element, das die Menschen ganz automatisch anzieht und somit im Garten für Geselligkeit sorgt.“

Außerdem kommen beim Grillen zwei der aktuell wichtigsten Lebensgefühle zusammen: Die Lust am Draußensein und die Freude an gutem Essen. „Zwar gibt es den typischen Freiluftkoch nicht“, hat Bernhard Roth beobachtet, „aber die Leute haben einfach Lust, hier ihre Kreativität auszuleben, besuchen Kurse, und jeder entwickelt so seinen eigenen Stil.“

Das Grillen gehört zum Gartentrend wie die Loungeecke oder das Sonnensegel und hat sich mit den Jahren zu einer eigenständigen Lebenswelt für den Garten entwickelt. Nicht umsonst gibt es bei einschlägigen Messen – Gartenmessen wohlgemerkt – mittlerweile ganze Hallen, die mit nichts anderem als Grillgeräten und Zubehör gefüllt sind. Und Jahr für Jahr dreht sich auch hier das Innovationskarussel, kommen vom Popcornkorb bis zum Wifi-gesteuerten Pelletgrill Produkte auf den Markt, die das Freiluftbrutzeln mehr oder minder revolutionieren sollen.

Kochen ist Geselligkeit

Bislang ist es allerdings meist so, dass das, was auf den heißen Rost soll, im Haus vorbereitet wird, und auch die „Sideorders“ von Knoblauchbrot bis Kartoffelsalat entstehen in der hauseigenen Küche, bevor sie dann auf dem Terrassentisch serviert werden. Das heißt dann auch: Arbeitsteilung und damit räumlich getrennte Essenszubereitung. Ohne Klischees bedienen zu wollen: Der Herr des Hauses und seine Kumpels stehen am Grill, während das Schnippeln und Rühren im Haus Frauensache bleibt. Und erst zum Essen kommen sie dann alle zusammen. Schön natürlich, dann in gemütlicher Runde mit Grillaromen um die Nase die Werke der anderen begutachten und verzehren zu können. Doch wäre es nicht noch viel schöner, wenn schon die Essenszubereitung Teil des gemütlichen Beisammenseins wäre? Deshalb die Erkenntnis von immer mehr Gartenbesitzern: eine richtige Außenküche muss her mit Arbeitsfläche, fließendem Wasser, Stauraum.

Und noch eine zweite Entwicklung hat eingesetzt: Nicht nur die Grillgeräte, auch die Dinge, die beim Freiluftkochvergnügen aufgetischt werden, werden immer abwechslungsreicher, die Bücher, die Genüsse für das Mahl unter freiem Himmel fernab von Würstchen und Steak zeigen, Jahr für Jahr zahlreicher.

Garten für Freiluftköche

Zu den gegrillten Favoriten von Bernhard Roth gehören zum Beispiel Lachssandwich mit Feigen und Camembert, Fisch auf der Kartoffel oder auch ein Ananaskuchen. Doch nicht nur aus privater Leidenschaft beschäftigt sich der Gartengestalter intensiv mit dem Freiluftkochen: „Feuer sollte als Element in jedem Garten vorkommen. Außerdem führen wir ja immer intensive Gespräche mit den Gartenbesitzern, erkunden ihre Wünsche und Bedürfnisse, und da steht das Thema Freiluftkochen oft ganz weit oben auf der Liste. Entsprechend findet es dann in unserer Planung auch Berücksichtigung.“ Und wie sieht ein Garten für passionierte Freiluftköche aus? „Das kommt wieder ganz auf die individuellen Leidenschaften an“, so Bernhard Roth. „Zu den Basics gehört natürlich, dass wir für die passenden Anschlüsse, Beleuchtung, Sitz- und Grillplätze sorgen. Aber natürlich können wir auch den Grill an sich direkt mitplanen, Arbeitsflächen oder wirklich ganze Außenküchen. Mittlerweile gibt es da ein umfangreiches Angebot.“

Für die Anlage des Koch- oder Grillplatzes klärt der Gartengestalter typische Laufwege, um Arbeitsabläufe zu optimieren, aber natürlich auch, wo der Essplatz liegt oder liegen soll, damit die Wege nicht zu lang sind und die Geruchsbelästigung sich in Grenzen hält. Kräuterbeete in Reichweite des Außenkochs können ebenso eingeplant werden wie ganze Nutzbeete, deren Ernte dann direkt vor Ort verarbeitet werden kann.

Text
Christiane Stoltenhoff