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„Wir haben Kinder“, wird gern als Argument dafür ins Feld geführt, dass es sich nicht lohne, Zeit und Geld in die Gestaltung des Gartens zu investieren. Anscheinend laufen in den Köpfen dann Filme von Rosen niedermähenden Fußbällen, Rasen schädigenden Planschbecken und Beete durchwühlenden Schatzsuchern ab. Dabei passen Kinder und Gartengestaltung durchaus zusammen und Profis können sogar das kreative Kunststück vollbringen, einen kindgerechten Garten zu planen, in dem auch Mama und Papa auf ihre Kosten kommen.

Kunststoffrutschen in Knallfarben, Schaukel- und Klettergerüste, die wie Fremdkörper im Garten stehen, Sandkisten, in denen sich eher Nachbars Katze als der eigene Nachwuchs wohl fühlt. Zugegeben: All diese Elemente, die dem Passanten eindeutig signalisieren: „Hier wohnen Kinder“ sind nicht eben dazu angetan, Ästheten zu verzücken. „Dabei gibt es unendlich viele und ästhetisch sehr ansprechende Möglichkeiten, einen Garten kindgerecht zu gestalten, betont Maximilian Holzhausen mit Nachdruck. Der Gärtner von Eden aus Springe weiß, wovon er spricht. Zum einen nennt er selbst sowohl einen Garten als auch drei Kinder sein Eigen, zum anderen gestaltet er im Auftrag seiner Kunden immer wieder auch grüne Oasen mit Kinder-wohlfühl-Faktor. So konnte er über die Jahre jede Menge Erfahrung sammeln, und die zeigt: „Schön und kindgerecht sind bei der Gartengestaltung keine Widersprüche“, so der Gartengestalter. Doch weiß er auch, dass er und seine Kollegen nicht immer die ersten Ansprechpartner sind, wenn Gartenbesitzer darüber nachdenken, ihr Grundstück für den Nachwuchs attraktiver zu machen. „Die meisten Menschen denken bei dem Wort Gartengestaltung eher an abgezirkelte Rasenkanten und teure Materialien“, bestätigt auch Holzhausens Kollege Paul Horstmann. „Dabei zeigt sich in der Praxis dann ganz oft, dass wir wichtige Impulse geben können, die die Gestaltung auch eines kindgerechten Gartens viel nachhaltiger machen.“


Einer dieser Impulse ist, den Gartenbesitzern ganz klar eine Langzeitperspektive vor Augen zu führen: „Viele Familien mit kleinen Kindern haben, wenn sie die Planung ihres Gartens angehen, ausschließlich ihre derzeitige Lebenssituation im Blick und wollen dementsprechend den Garten ganz und gar auf diesen Status Quo zugeschnitten haben“, beschreibt Holzhausen den typischen Beginn eines Kundengesprächs. „Unsere Aufgabe besteht dann zunächst darin, zu vermitteln, dass eine gut durchdachte Gartenplanung problemlos mehrere Jahrzehnte ihre Gültigkeit behält, also auch dann noch funktionieren sollte.“

Konkret heißt das: „Wir erstellen eine Planung, die allen Familienmitgliedern Angebote macht und mit vergleichsweise kleinen Eingriffen den unterschiedlichen Lebensaltern und –situationen angepasst werden kann“, so Horstmann. „Und wir achten bei der Auswahl der kindgerechten Elemente darauf, dass sie in Dimension und Material zu den ästhetischen Grundzügen von Haus und Gartenanlage passen.“ Eine Rutschbahn ist dann eher aus Metall statt aus quietschbuntem Kunststoff und ihr Gefälle erhält sie eher über einen harmonisch in den Garten hineinmodellierten und bepflanzten Hügel als über ein paar Trittstufen. Oder zum Kuchenbacken steht nicht einfach eine Sandkiste herum, sondern der Sandspielbereich wird so in den Garten integriert, dass er sich später zum Beispiel in einen kleinen Teich verwandeln lässt. „Der ist dann auch für die größer werdenden Kinder wieder hoch interessant“, weiß  Holzhausen, „weil man da Libellen und Molche beobachten oder auch einfach mal plantschen kann.“


Da zeigt sich auch ganz schnell: Um einen Garten für Kinder attraktiv zu machen, ist keine große Materialschlacht nötig. Vielmehr setzen die Gärtner von Eden vor allem auf natürliche Materialien und ebenso fantasievolle wie einfache Lösungen. So verwandelt eine handelsübliche Viehtränke den Sandspielbereich in eine wunderbare Matschbahn, Weiden lassen sich zu einem heimeligen Tipi oder einem Tunnel binden und Findlinge laden ebenso zum Sitzen wie zum Klettern ein.

Auf jeden Fall ist der eigene Garten die einfachste Möglichkeit, Kinder frühzeitig und spielerisch mit Natur in Kontakt zu bringen. „Ein paar Beerensträucher sehen mit ihren bunten Früchten nicht nur schön aus, sondern laden auch zu unterschiedlichen Geschmackserlebnissen ein“, weiß Holzhausen, und Paul Horstmann ergänzt: „Schon mit Vierjährigen kann man ein eigenes kleines Beet anlegen. Da braucht man keine Riesenfläche und kann es wunderbar in die Anlage integrieren. Das können die Eltern dann gemeinsam mit den Kindern pflegen, und wenn die erste eigene Ernte eingebracht wird, sind die Kinder ganz stolz und essen auf einmal viel lieber Gemüse.“ Bohnen hat er als ideale Pflanze für ein solches Kinderbeet ausgemacht: „Die sehen schön aus mit ihren roten Blüten und wachsen enorm schnell. Da sehen die Kinder fast sofort, dass etwas passiert.“

Text
Christiane Stoltenhoff