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Nachhaltigkeit geht jeden an, und mit ein wenig Nachdenken lässt sich eine ganze Menge dafür tun, sein Leben zumindest ein wenig mehr in Einklang mit der Umwelt zu bringen – auch im Garten. Regional, ressourcensparend, klimafreundlich lauten auch hier die Schlüsselbegriffe. Ein Überblick.

Der Mikrokosmos Garten ist wie ein Puzzle. Erst die harmonische Zusammenstellung gleich einer ganzen Reihe von Einzelfaktoren lässt aus einem bebauten Grundstück einen individuellen, lebenswerten Garten erstehen. Und jeder dieser Bausteine kann bei seiner Planung auf sein Nachhaltigkeitspotential hin hinterfragt werden.

Wasser

Dekorieren, schwimmen, gießen? Zu all dem kommt Wasser im Garten zum Einsatz. Für dekorative Wasserelemente und Schwimmgelegenheiten heißt es, Pump- und Filtersysteme so zu konzipieren, dass sie für eine langanhaltend gute Wasserqualität sorgen. Auch die Wahl des Standortes kann dazu beitragen. Alles, was an Schmutz, Laub und Blütenblättern ins Wasser gelangt, sorgt leicht für einen Nährstoffüberschuss, der wiederum zu vermehrter Algenbildung und damit zu einer Verschlechterung der Wasserqualität führt. Die Folge: Das Wasser müsste erneuert werden.


Beim Gießwasser sollte der umweltbewusste Gartenbesitzer über die Investition in eine Bewässerungsanlage nachdenken. Die spart nicht nur eine Menge Arbeit, sondern auch Wasser, indem sie ganz automatisch dafür sorgt, dass jede Pflanze nur genau die Menge Wasser bekommt, die sie für eine optimale Entwicklung benötigt. Auch eine gute Möglichkeit, mit der wertvollen Ressource Wasser sparsam umzugehen, ist das Auffangen von Regenwasser. Sammelbecken lassen sich ober- wie unterirdisch mit Planungsgeschick ästhetisch ansprechend in den Garten integrieren.

Pflanzen

Auch Pflanzen sind in Sachen Nachhaltigkeit eine vielschichtige Angelegenheit. Das fängt schon bei ihrer Produktion an. So kann man das Wachstum einer Pflanze beschleunigen, muss für diesen Zeitgewinn allerdings einiges an Ressourcen einsetzen, was die Pflanze eigentlich nicht bräuchte, um groß zu werden. Wer einer Pflanze also, bevor sie in einen Garten einzieht, die Zeit gibt, die sie von Natur aus für ihre Entwicklung braucht, handelt nachhaltiger.

Allerdings hat das seinen Preis, denn für Pflanzenproduzenten ist Zeit eine der teuersten Ressourcen. Nächstes Stichwort: Sortenwahl. Mehrjährige sind nachhaltiger als Einjährige. Doch das ist nur das eine. Wer bei der Pflanzenwahl standortgerecht plant, erhöht die Chance, dass das Gepflanzte eine lange Lebensdauer hat. Unter all diesen Aspekten sind einheimische Pflanzen, am besten aus einer lokalen Baumschule, immer erste Wahl für Gartenbesitzer mit Nachhaltigkeitsgen.

Erde

Schön, wenn sie in ausreichender Menge und guter Qualität im Garten vorhanden ist. Noch besser, wenn man die regelmäßige Bodenverbesserung mit Bordmitteln, also selbst produziertem Kompost, bewerkstelligen kann. Auch Pflanzerde gibt es vielerorts vom lokalen Produzenten. Gartenprofis wissen, wo.

Und noch ein Tipp: Wer baut, sollte unbedingt schon vor Baubeginn auch einen Gartenplaner ins Boot holen. Der sorgt mit einer auf den Neubau abgestimmten Planung dafür, dass Synergien zwischen Tief-, Hoch- und Gartenbau bestmöglich genutzt werden. So kann etwa der Aushub des Kellers gleich für die Modellierung des Gartens aufgehoben werden, anstatt ihn aufwendig abzutransportieren und dann später für die Gartengestaltung neuen Mutterboden heranzuschaffen.

Holz

Ist unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten grundsätzlich ein ideales Gestaltungselement für den Garten, schließlich ist es ein nachwachsender Rohstoff. Doch natürlich gibt es auch hier das eine oder andere Aber, denn die Herkunft des Materials ist entscheidend. Heimische Hölzer sind in der Regel unbedenklich, was den Naturschutz angeht, allerdings in aller Regel auch nicht so haltbar wie tropische Harthölzer. Wer auf Material aus Übersee zurückgreift, sollte nur Hölzer verwenden, die aus Plantagenwirtschaft stammen und mit einem entsprechenden, anerkannten Siegel versehen sind.

Stein

Ein weites Feld. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten in der Regel vollkommen unbedenklich ist vor allem Betonstein. Meist handelt es sich um inländische Produkte, die ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen hergestellt werden. Diffizieler ist die Sache beim Naturstein. Heimischer Naturstein verursacht weniger Transportaufwand und sein Abbau erfolgt garantiert unter Einhaltung von Umwelt- und Arbeitsschutz. Der vor allem wegen seines niedrigeren Preises weit verbreitete Naturstein aus Indien und China legt lange Wege zurück und wird nicht selten unter unmenschlichen Bedingungen etwa von Kinder- oder Sklavenarbeitern gebrochen. Deshalb: Wenn es überseeisches Material sein soll, auf jeden Fall auf Siegel wie etwa Xtertifix achten, die menschenwürdige Arbeitsbedingungen gewährleisten.

Licht

Gehört zu einer runden Gartengestaltung einfach dazu. Der Profi achtet bei der Auswahl der Leuchten nicht nur auf ihren ästhetischen und funktionalen Wert für den Garten, sondern selbstverständlich auch auf ihren Stromverbrauch. Das gilt auch für die eingesetzten Leuchtmittel, die außerdem eine möglichst lange Lebensdauer haben sollten. Außerdem wichtig: Licht sollte im Garten wirklich nur dann brennen, wenn es auch gebraucht und gesehen wird. Zeitschaltuhren helfen bei der optimalen Steuerung. Beim Anbringen der Lichtquellen ist außerdem darauf zu achten, dass zum Beispiel Nistplätze von Vögeln oder Rückzugsorte von Fledermäusen im Dunkeln bleiben.

Text
Christiane Stoltenhoff